Geschichte

Münchwilen – Geschichte und Entwicklung

„Auf einem angenehmen Hügel bei Münchweiler, einem Dörfchen zwischen Stein und Eiken im Frickthale, erhebt sich eine alte Einsiedelei mit einem geweihten Kirchlein und ringsummauerten Gärtchen. Die Schriften, welche ihr Ursprung erhellen würden, sind verloren gegangen. Die Gemeinde behauptet, sie habe den ersten Einsiedler Grund und Boden zum Bauen gegeben, mit der Bedingung, dass diese allenfalls beim Abgang der Klause an sie zurückfallen sollte; auch habe sie bei jeder nötigen Bauverbesserung die erforderlichen Fuhren übernommen ...“.

So beginnt eine Abhandlung über die „Einsiedelei zu Münchweiler“ aus dem Jahre 1844 im ersten Band „Der Kanton Aargau“ (Huber und Cie., St. Gallen und Bern) vom damaligen Kantonsbibliothekar Franz Xaver Bronner.
Der genaue Ursprung der Gemeinde Münchwilen ist tatsächlich nicht klar. Sicher ist, dass das Gebiet schon den Römern und Alemannen bekannt war.
Das eigentliche Dorf soll mit dem Bau der erwähnten Mönchssiedlung und der Kapelle „St. Ursula“ um 1110 (in der Zeit des Münsterbaues in Säckingen/Deutschland) entstanden sein. Diese Eremitage dürfte – so eine Auslegung – dem Dorf den Namen gegeben haben (Weiler der Mönche, Mönchsweiler). Die Ersterwähnung finden wir als „Munchwille“ um 1306 im Habsburger Urbar.
Die am Ende des 16. Jahrhunderts beinahe zerfallene Einsiedelei, welche damals dem St. Martinsstift zu Rheinfelden gehörte, wurde um 1719 durch den letzten Einsiedler, Johann Werner (gest. 1791), wieder hergestellt.
Bis 1760 bildete Münchwilen mit Stein eine Gesamtgemeinde. Die Trennung bahnte sich an, als Unstimmigkeit über den gegenseitigen Bürgereinkauf, die Bestellung und Besoldung der Geschworenen und des Stabhalters, etc. entstanden.
Münchwilen stand bis 1801 unter österreichischer Herrschaft, gehörte anschliessend während 375 Tagen zum Kanton Fricktal und wurde 1803 dem Kanton Aargau einverleibt. Sebastian Fahrländer, der Gründer und einziger Präsident des Kantons Fricktal, war Bürger der Gemeinde Münchwilen.

Bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts fanden die Einwohner ihr Auskommen in der Landwirtschaft. Später verlegte man sich nebenher auf Fabrikarbeit in den neuen schweizerischen Industrien im benachbarten Säckingen. Auch die landwirtschaftlichen Produkte konnten in dieser Stadt verkauft werden. Der 1. Weltkrieg unterbrach die sehr engen Beziehungen zu Deutschland.
Nach dem Krieg fand ein Grossteil der Bevölkerung den Verdienst beim einheimischen Gewerbe und in den Industriebetrieben, welche sich in den letzten Jahren - sicher auch Dank der recht guten Verkehrslage (SBB-Bahnhof und Rheinübergang Stein-Säckingen sowie Autobahnanschluss N3 in Eiken) - auch in nächster Umgebung niedergelassen haben.
In den wenig verbleibenden Bauernbetrieben verlegte man sich hauptsächlich auf den Ackerbau, sodass 1974 die Milchsammelstelle aufgehoben wurde. Im Jahr 2002 bestehen in Münchwilen noch 4 Landwirtschaftsbetriebe.

Münchwilen war lange Zeit einer der kleinsten Orte im Bezirk Laufenburg. Bedingt durch den Bau von Einfamilienhäusern verdoppelte sich die Einwohnerzahl von 297 im Jahre 1950 auf 602 anfangs 1978. Seither war, obwohl stetig gebaut wird, der „Netto-Zuwachs“ an Einwohnern eher gering, was auch damit zusammenhängt, dass die ehemaligen Gross-Haushalte, in denen oft 3 Generationen lebten, nach und nach verschwunden sind. – Die Einwohnerzahl bewegte sich in den Jahren 1989/1990 zwischen 630 und 650 Personen. In den 90er-Jahren sank die Einwohnerzahl bis auf 579. Die Bevölkerungszahl steigt langsam wieder an. Anfangs 2002 waren 611 Personen bei der Einwohnerkontrolle registriert. Per Ende 2012 waren 892 Personen in Münchwilen wohnhaft.

Die wichtigsten Infrastrukturaufgaben hat Münchwilen in den letzten Jahrzehnten und Jahren weitgehend erfüllt. 1959 wurde die bis dahin bestandene Quellwasserversorgung durch eine neue moderne Grundwasserversorgung ersetzt und bereits im Jahre 1961 wurden Schulhaus und Turnhalle verwirklicht. 1969 erstellte die Gemeinde ein neues Gemeindehaus und im Jahre 1976 wurde ein Kindergartengebäude und eine Friedhofhalle gebaut. Im Jahre 1978, nachdem die diversen Gemeindekanalisationsleitungen nach und nach erstellt waren, erfolgte der Anschluss an die gemeinschaftliche Abwasserreinigungsanlage in Bad-Säckingen/Deutschland. In Zusammenarbeit mit dem Kanton erhielt Münchwilen 1982 eine neue Dorfeinfahrt. – Nachdem am 04. April 1984 die bisherige Turnhalle bei einem Grossbrand praktisch vollständig niederbrannte, drängte sich der Bau einer neuen Mehrzweckhalle auf. Diese konnte, verbunden mit einem grossen Dorffest, im Herbst 1985 eingeweiht werden. Im Jahre 1990 wurde ihr noch eine zeitgemässe moderne Sport- und Freizeit- sowie Zivilschutzanlage angegliedert. In jüngster Zeit gehörten vor allem der Bau und der Ausbau von Erschliessungstrassen zu den Hauptaufgaben der Gemeinden.

Das eigentliche Dorf, welches etwas abseits der Verkehrswege liegt, behielt seinen ländlichen Charakter. Es ist mit einer Postautolinie erschlossen. Dorfvereine in allen Bereichen bieten Gewähr für kulturelle Abwechslung und geselliges Beisammensein. Ein Gastwirtschaftsbetriebe, das Restaurant Post, sorgt für das leibliche Wohl.
Die Entwicklung vom ehemaligen Bauern- zum Wohn- und Industriedorf hat Münchwilen gut überstanden.

Münchwilen ist ein Dorf mit Qualitäten geblieben; ein Dorf, in dem sich leben lässt.  Klein und Fein in Münchwilen daheim...

 

...uebrigens besteht eine Dorfchronik, die anlässlich der 700 Jahr-Feier erstellt wurde und bei der Gemeindekanzlei bezogen werden kann.